Quo vadis Hospitality-Branche? Nichts tun ist keine Alternative.

Datum

Autor

Ich höre im Augenblick immer öfter Sprüche wie: „Wann wird unsere Sehnsucht nach Normalität gestillt. Müssen wir uns an die „Neue Normalität etwa gewöhnen?“

Persönlich bereitet mir der Begriff „Neue Normalität“ Schwierigkeiten. Es gibt weder eine alte noch einen neue Realität. Realität definiert sich immer an den aktuellen Rahmenbedingungen. Wir erleben im Augenblick – und die Hospitality-Branche gehört zu den am stärksten betroffenen Branchen – eine Krise. Eine Krise die de facto auch morgen oder übermorgen nicht vorbei sind wird. Wir werden mit diesen Veränderungen leben müssen, wir werden uns damit arrangieren müssen. 

Ein großes Thema ist die allgemeine Verunsicherung, die durch teilweise widersprüchliche Regularien verschärft wird. Alle scheinen darauf zu warten, was mit COVID – 19 passiert und wer die Lösung hat. Nur Warten ist das schlimmste. Abwarten heißt verlieren, denn man gibt sein Schicksal in fremde Hände. Plexiglaswände, Masken und das den Gästen gebetsmühlenartig vorgetragene Mantra: „Hier sind Sie save, denn wir haben……“ kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Eben erzählte mir ein Hotelier in Österreich: „Während hier alle nur gejammert haben, habe ich € 300.000.- in neue Romantik-Zimmer investiert“.

Ehrlicher Weise muss man die Dinge differenzieren. Ich kenne Hotels, deren aktuelle Buchungslage besser ist als je zuvor. Dies wird jedoch von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Es sind vorwiegend jene Betriebe, die schon vor Covid 19 sehr gut gearbeitet haben und die während dieser Zeit ihre Stammklientel professionell betreut haben. Aber entscheidend ist, dass deren Gäste vorwiegend aus der Schweiz, Deutschland und Österreich stammen und eine Zielgruppe darstellen, die nicht von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen ist.

Viele Betriebe werden sich mehr oder weniger neu erfinden, neue Gästegruppen und Märkte erschließen müssen. Dies betrifft verstärkt die Stadthotellerie, aber eben auch jene Regionen, die in den letzten Jahren vorwiegend auf den russischen, arabischen, asiatischen und amerikanischen Markt gesetzt haben.

Viele tun sich in der aktuellen Situation auch deshalb sehr schwer, weil sie jetzt gezwungen sind, tatsächlich jeden Stein in ihrem Hause umzudrehen, alles kritisch zu hinterfragen, neue Profitcenter zu kreieren. Es gibt viele offene Fragen und zu wenig kreative Antworten. Gravierende Veränderungsprozesse sind komplex und schmerzhaft, aber eben in vielen Betrieben zwingend nötig.

Da ich in den letzten 30 Jahren auch viele Spa-Bereiche entwickeln und realisieren durfte, werde ich jetzt immer wieder gefragt, was man denn dort tun könne.

Hier gibt es viele Möglichkeiten: Zahlreiche Aktivitäten lassen sich in die Natur verlagern und dies gilt nicht nur für die Sommersaison. Bei Ruhe-Oasen sollten die Hotels neue Wege gehen und die so beliebten „Legebatterie-Haltungen“ aufgeben. Das Gym im Keller ist nicht prickelnd und wahrscheinlich hat sich auch der „Hype“ um Saunen, in denen 50 Menschen aufeinandersitzen und Aufguss-Rituale zelebrieren, erledigt. Die Nachfrage an „Private Spa Einrichtungen“ wird steigen. 

Ich selbst habe ein neues Hotelzimmer-Konzept, individuell auf Zielgruppen ausgerichtet, entwickelt. Das Apartment verwandelt sich in wenigen Minuten in das „Private Gym“, „Private Spa“ oder auch in einen Raum für ein romantisches „Candle-Light-Dinner“. Dies ist heute alles möglich. Das klassische Hotelzimmer stelle ich schon seit vielen Jahren In Frage. Ein Paar hat andere Ansprüche als eine Familie mit zwei kleinen Kindern, zwei 30-jährige haben andere Bedürfnisse wie zwei 70-jährige. Wir müssen wandelbare, multifunktionale Suiten schaffen und hier ist noch sehr viel Luft nach oben.

Aber die nötigen Veränderungsprozesse betreffen keineswegs nur den Spa- und Zimmerbereich. Auch die Rezeption-, Lounge- und Gastronomie-Konzepte sollten Hoteliers überdenken. In vielen asiatischen Hotels kennt man diesen komischen Empfangspult, der jetzt noch durch die überaus attraktiven Plexiglastrennungen „verschönert“ wird, nicht mehr. Individuelle, in eine Indoor-Naturlandschaft integrierte

Insellösungen könnten ein kreativer Ansatz sein. Ebenso schaffen beispielsweise im F&B-Bereich kleinere thematische Stuben statt Main-Restaurant (gibt es leider noch immer viel zu häufig) ein attraktives Angebot. Die gesamte Lobby-Lounge könnte sich in einen „Pavillon der Sinne“ verwandeln. Das Thema „Emotional & Human Design“ wird teilweise immer noch unterschätzt. Dabei geht es nicht nur um Materialien, sondern um den Einsatz von Licht, Farbe, Klang, Aroma, Akustik, Klima und Kunst.

Aber neben der Hardware müssen wir auch neue Soft- und Smartware-Konzepte entwickeln. Es geht dabei um Entertainment und Inszenierung. Dem Gast eine Bühne zu bieten, ihn „ON Stage“ zu holen. Dieses Entertainment sollte aber bitte authentisch sein. Dies gilt insbesondere für das Nahrungsangebot.

Regionale, ehrliche Produkte. Schon das Thema Frühstück könnte wieder komplett neu definiert werden, man muss nur den Mut dazu haben.

Auch ich habe als Betroffener die Krise dazu verwandt, neue Wege zu gehen. Ich bin sehr stolz darauf, dass es mir gelungen ist, meine Vision „Creativity for Future“ zur Realität werden zulassen. Wir haben mit zehn Gesellschaftern die Creativity for Future GmbH gegründet und die Website c4f-group.com eingerichtet. Als Expertenberatung unterstützen wir die Hospitality- und Tourismusbranche, gemeinsam neue Wege zu beschreiten, erfolgreich zu werden und zu bleiben Die Gesellschafter sind alles Top-Shots aus den Bereichen internationale und nationale Hotellerie, Spa, Natur, Gesundheit, Ernährung, Finanzen, Restrukturierung, Controlling, Web-Design, Architektur und Design und darüber hinaus einen weiteren Pool von Experten. Insgesamt ist dies ein sehr breit aufgestelltes Netzwerk mit enormer Erfahrung und Kompetenz. 

Jede Krise ist auch immer eine Chance und jetzt ist es an der Zeit Innovationen und Veränderungen auf den Weg zu bringen.  Mein Motto ist: „Think different, be different, make the difference!“ (Anders denken, anders sein, den Unterschied machen).

Scroll to Top

Buchen sie einen Rückruf!

Senden sie uns dieses Formular und wir melden uns zur Wunschzeit bei Ihnen