Nach sechs Monaten Corona, wie geht es weiter?

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Jetzt wissen wir mehr, über das Verhalten der Konsumenten mit der Coronakrise. Jetzt wissen wir nicht viel mehr als vor der Corona-Krise. Auf viele Fragen haben wir noch keine Antworten. Aber eines ist geblieben: die Unsicherheit. Das ist die grosse Herausforderung vieler Unternehmungen.

Der Berg– und Seentourismus in der Schweiz hat diesen Sommer dank der einheimischen Gäste sehr gut gewirtschaftet. Viele neue Gäste haben die Tourismusbranche gestützt, und diese Gäste müssen wir kennen und schätzen lernen. Die grosse Frage lautet, was machen diese Gäste im Winter? Sind sie auch im kommenden Winter den Skiorten treu? Zudem stellt sich für jeden Tourismusverantwortlichen die Frage, wie können wir diesen neuen Gast für die Zukunft für uns gewinnen. Viele der neuen Gäste sind eher Strandgäste, also Gäste, die fremde Länder, Sonne und Meer bevorzugen und so dem Alltag entfliehen. Wie kompensiert ein solcher Gast jetzt seine Sehnsüchte?

Allgemeine Antworten gibt es nicht, aber wir als Touristiker müssen diesen „neuen“ Gast besser kennenlernen und es bedarf die Customer Journey ihren Bedürfnissen anzupassen. Um dieses praktisch umsetzen zu können, muss die digitale Landschaft eines Hotels dementsprechend ausgerichtet sein. Durch einen entsprechendes Online-Angebot lassen sich Gäste besser beraten und zielgerichtete Offerten steuern.Hier sehe ich den Handlungsbedarf des Hoteliers, da die Landschaften oftmals nicht zur Vision passen. Meine Empfehlung hier ist, etwas Zeit und Geld zu investieren, damit wir einfach besser und schneller auf so eine grosse Unsicherheit reagieren, oder besser agieren können.

Die zweite Herausforderung wird es zweifelsohne bei den Kapazitäten der Bergbahnen geben. Dies gilt im Übrigen nahezu für alle touristischen Transportmittel. Durch die restriktive Handhabung der Corona-Verordnungen, vermindert sich die Leistungsförderung beträchtlich. Wie oft werden wir am Lift anstehen, bis wir uns enttäuscht anderen Betätigungen zuwenden und da glaube ich, sind ganze Regionen gefragt, um alle möglichen Alternativen aufzuzeigen und den Gästen nahebringen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass in der Zukunft für Alternativprogramme der Gast eine Pauschale zu entrichten hat. Bis jetzt haben die Bergbahnen in vielen Fällen die Hauptlast dieser Kosten übernommen. Wenn aber die Einnahmen nicht mehr so sprudeln wie vor Corona, müssen wir hier über andere Finanzierungsinstrumente nachdenken.

Die dritte Herausforderung wird die Personalplanung sein. Zuviel Fragen sind offen. Hier wird es gezwungenermassen zu vermehrtem Personalaustausch zwischen den einzelnen Leistungsträgern kommen müssen. Gerade in der Schweiz sind die Lohnkosten der weitaus grösste Kostenblock in der Erfolgsrechnung. Flexibilität wird das magische Wort der Zukunft sein. Kosten und Nutzen, Aufwand und Ertrag sind bei der Planung vermehrt zu berücksichtigen. Aber auch hier bedarf es guter Kenntnisse über unsere Gäste, vielmehr als früher, denn nur Kosten zu sparen, ohne die genauen Bedürfnisse der Gäste zu kennen, kann sehr schnell zum „Rohrkrepierer“ werden. In dieser unsicheren Zeit bleibt kein Platz für unüberlegte Experimente. 

Es ist mir bewusst, dass diese Herausforderungen sehr anspruchsvoll sind, aber manchmal ist fremde Hilfe nicht teuer. 

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